ablautend φλύω `walle über, sprudle, schwatze; bin fruchtreich', ἀποφλύειν ἀπερεύγεσθαι Hes. φλύος m. `Geschwätz', φλύᾱξ `Geschwätz, Possen; Possenreißer';
lit. bliáuju, blióviau, bliáuti `brüllen, blöken', bliū́vauti `brüllen', lett. bl'au^nu, bl'au^t ds. ; aksl. bl'ujǫ, bl'ьvati `speien, erbrechen' (beruht auf altem Präteritalstamm, vgl. lit. bliùvo aus idg. *bhluu̯ā-); dazu vielleicht auch apr. bleusky `Schilf' (würde in der Bed. zu gr. φλέως stimmen!).
Mit einer s-Erw. nd. blüstern `heftig blasen, stürmen, schnauben', engl. bluster `brausen, lärmen' und skr. bljuzgati `mit Geräusch strömen, dummes Zeug schwatzen'; auch skr. blíhati usw. ? (s. unter bhlei-s-).
Mit dentalen Formantien: mhd. blōdern `plaudern'? (eher junges Schallwort; vgl. Kluge11 unter plaudern); eher schweiz. bloder `große Blase usw. ', blodern `sprudeln, wallen', nhd. Pluderhosen; vielleicht skr. blútiti `ungereimt, unpassend sprechen', Berneker 62; über ahd. blāt(t)ara `Blase' (*blē-drō-) s. S. 121;
mit -d- (ursprgl. Präsens bildend?): φλυδάω `fließe über, zerfließe, werde weich', φλυδαρός `matschig', ἐκφλυνδάνειν `aufbrechen, von Geschwüren'.
g-Erweiterung bhleugʷ- (vgl. die Wzform bhlegʷ-):
gr. οἰνό-φλυξ `weintrunken'; φλύζω `aufwallen, überwallen, auch mit Worten'; φλυκτίς, φλύκταινα `Blase'; aber πομ-φόλυξ `Brandblase, Schildbuckel' bleibt fern;
lat. fluō, -ere, flūxi, flūctum, jünger flūxum `fließen, stromen', flūctus, -ūs `Strömung, Woge', flūmen (*fleugsmen) `strömendes Wasser, Fluß', conflūgēs alat. `Zusammenfluß zweier Gewässer', fluvius `Fluß' (vom Präs. fluō aus), flustra Nom. PL `Meeresstille' (*flugstrom);
ob hierher (mit Nasalierung) cymr. blyngu `zornig werden', blwng `zornig', bret. blouhi `tadeln'?
References: WP. II 213 f. , WH. I 519 f. , Trautmann 35; anders EM. 372. Page(s): 158 - 159*bhleu-k- in mhd. bliehen `brennend leuchten', ahd. bluhhen.
Die westslav. Formen wie čech. blýštěti `schimmern', blýskati `glänzen' (neben aksl. blъštati usw. , s. u. *bhleig^-) sind dagegen wohl Umbildung nach *lyskati, poln. ɫyskać `blitzen, glänzen' usw. - Der Bed. nicht unmittelbar entsprechend, bzw. nur aus einer Urbed. `glänzen' zu rechtfertigen, vergleicht Trautmann GGA. 1911, 245 mit mhd. bliehen: lit. blunkù, blù̀kti `fahlwerden, die Farbe verlieren'.
References: WP. II 214. Page(s): 159 - 160References: WP. II 214. Page(s): 160
lett. ble^ju, ble^t `blöken';
r. -ksl. blěju, blějati `blöken' (daneben skr. bléjīm, bléjati `blöken' usw. , mit ĕ); mhd. blǣjen `blöken' (germ. *blējan = lat. fleō); ahd. blāzan, nnd. blässen, ags. blǣtan, engl. to bleat `blöken', ags. blagettan, blǣgettan `schreien', ndd. blage n. `Kind'; mhd. blēren, blerren `blöken, schreien', nhd. plärren, plären (auch `weinen'), ndl. blaren `blöken', engl. to blare `brüllen'; ablautend mhd. blürjen, blüelen (*blōljan), dissimil. brüelen `brüllen'; schwundstufig mhd. bral `Schrei', schwäb. brallǝ `schreien'.
References: WP. II 120, WH. I 516. See also: Vgl. bhel-6 und die Schallwurzel blē-. Page(s): 154 - 155mit Abtönungsdehnstufe bhlōd- air. indlāidi `prahlt, rühmt sich', indlādud `das Prahlen' (*ind-blād- `sich aufblasen oder große Worte machen') und lett. blādu, blāzt `schwatzen';
schwundstufig ahd. uz-ar-pulzit `ebullit';
nhd. platzen, plätschern sind wohl sicher jüngere Schallbildungen.
References: WP. II 210, 216, WH. I 515, 518. See also: Zu bhel-3. Page(s): 155Lit. blizgù, -ė́ti `flimmern, glänzen', blýškiu, blyškė́ti `funkeln, schimmern, glänzen', blykštù, blyškaũ, blỹkšti `erbleichen', ablaut. blaikštau^s, -ýtis `sich aufklären, vom Himmel'; lett. blaiskums `Fleck', meln-blaiskaińš `dunkelgrau'.
Russ. -ksl. blěskъ `Glanz' (*bhloig^-sko-); ablautend aksl. bliskъ `Glanz' und *blьskъ in čech. blesk, Gen. alt blsku `Blitz', aksl. blьštǫ, blьštati `glänzen', Iter. bliscajǫ, bliscati sę.
References: WP. II 21 If. , EM. 398, Trautmann 34, Meillet Slave commun2 133, Specht Dekl. 144. Page(s): 156 - 157As. blī n. `Farbe', Adj. `farbig', afries. blī(e)n `Farbe', bli `schön', ags. blēo n. `Farbe, Erscheinung, Form' (wohl *blīja-).
Ob germ. *blīwa `Blei' (ahd. blīo, -wes, as. blī, aisl. blȳ) ein mit lit. blývas `lila, veilchenblau' sich deckendes Farbadj. mit Formans -u̯o- von unserer Wurzel war (ein dem nhd. blau entsprechendes, allerdings unbelegtes kelt. *blīu̯o- aus *bhlē-u̯o- als Quelle anzunehmen, wäre denkbar), ist strittig, aber doch das Wahrscheinlichste.
Hierher (nach Specht Dekl. 117) russ. bli-zná `Fadenbruch im Gewebe', čech. poln. bli-zna `Narbe'; wegen der Parallelformen unter bhlēu-1 kaum mit WH. I 517 zu bhlīg^-.
Lit. blývas `lila, veilchenblau'; vielleicht lit. blaĩvas `nüchtern' (wenn nicht als *blaid-vas zum verwandten *bhlǝido-s), blaivaũs, -ýtis `sich aufklären, nüchtern werden'; vielleicht lett. blīne^t `lauern, blinzeln'.
Toch. A. plyaskeṃ `Meditation'?? (Van Windekens Lexique 97).
References: WP. II 210. See also: S. auch unter bhlēu-1 und bhlǝido-s. Page(s): 155 - 156got. blauÞian `abschaffen' (eigentl. `schwach machen'), aisl. blauðr `furchtsam', ags. blēað `blöde, scheu', mit i̯o-Suffix as. blōdi `schamhaft', ahd. blōdi, mhd. blæde `zerbrechlich, zaghaft', nhd. blöde;
neben idg. *bhlǝu-to- steht eine d-Erweiterung in aisl. blautr `weichlich, furchtsam', ags. blēat `arm, elend', mndd. blōt, mhd. blōz `bloß', nhd. bloß (ahd. bloß mit merkwürdiger Bedeutung `stolz');
Hochstufe bhlēu- in ags. un-blēoh `furchtlos' (Suffix -ko-), mit gramm. Wechsel; aisl. bljūgr `verzagt', blygð `Scham' (*ƀleugiÞō), ablautend ahd. blūgo Adv. , mhd. blūc, bliuc `schüchtern', ahd. blūgisōn, blūchisōn `zweifeln', ags. blycgan (*blugjan) `erschrecken' (trans. ); vgl. lit. blúkštu, -šti `schlaff werden'.
References: WP. II 208 f. , Hirt Idg. Gr. II 150, Feist 99, Specht Dekl. 133. Page(s): 159
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